II
Aristarchcn aller Zeiten mit solcher Zuversicht unter die Augentreten, als ich mit meinem jetzigen Pfund einem gewissen Nc-ccnsenten thun wollte. Jacobi hat sehr schöne Sachen geschrie-ben, sie sind aber für die Nachahmer gefährlicher, in seinenLiebchen weiß er sich mit unglaublicher Leichtigkeit auf der Liniezu erhalten, auf der man allein von pedantischer Artigkeit, undkindischer Tändelei gleich weit entfernt ist. Allein sein Briefan die Gräfin, die ihm Musarivn schenkte, hier war Jacobigewiß von der Linie herunter; nach welcher Seite, läßt sich leichtentscheiden, wenn man bedenkt, daß er nicht leicht pedantischsein kann. Dichter von Range sollten solche Sachen nicht vonsich sehen lassen, sie allein können gutes uud böses Exempelgeben. Eine große Seele braucht zum Scherz und der Freudesolche Briefe so wenig, als eine Lorcnzodose, um tugendhaftzu sein. Sic entbehrt aber ungern oder mit Schaden, komischeErzählungen, Agathons, Musarious oder Porickische Reisen.Ich habe von Jugend auf mit dem wenigen Vergnügen, dasmir Constitution uud Umstände zuließen, sehr ökonomisch ge-lebt, und gar zuweilen gefastet, seit einer gewissen Zeit lasseich mehr aufgehen, ohne mir zu schaden, und dicß ist, seitdemAgathon heraus ist.
Ich heiße eine Seele majorenn, nicht wenn der ihr zugege-bene Leib sich dreimal die Woche rasiren läßt, sondern die miteiner bescheidenen Überzeugung, daß sie nun die Welt auch ausihrem Standpunkt mit ihren Augen sehen uud mit ihre» Hän-den greifen könne, im Rath der Menschen über Wahrheit und