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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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263
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Letzte Gedichte, 263

BiS abends spät, kannst dn spazierenJin Himmel hernm, und träumend flanierenAuf edclsteingepflasterten Gassen.

Dach wisse, hier darfst du dich nie befassenMit Philosophie; du würdest michKvmpramittieren fürchterlich

Herst du die Engel singen, so schneideEin schiefes Gesicht aerklärter Freude

Hat aber gar ein Erzengel gesungen,

Sei gänzlich von Bcgeistrung durchdrungen,

Und sag ihm, daß die MalibranNiemals besessen solchen Sopran

Auch applaudiere immer die Stimm'

Der Cherubim und der Seraphim,

Vergleiche sie mit Signvr Rubini,

Mit Mario und Tambnrini

Gieb ihnen den Titel von ExccllenzenUnd knickre nicht mit Reverenzen,

Die Sänger, im Himmel wie auf Erden,

Sie wallen alle geschmeichelt werdenDer Wcltkapellcmneister hier oben,

Er selbst sogar hört gerne lobenGle ichfalls seine Werke, er hört es gern,

Wenn man lvbsinget Gatt dem Herrn,

Und seinem Preis und Ruhm ein PsalmErklingt im dicksten Weihrauchqualm,

Vergiß mich nicht. Wenn dir die PrachtDes Himmels einmal Langweile macht,

So komm zu mir; dann spielen wir Karten.

Ich kenne Spiele von allen Arten,

Vom Lanzknecht bis zum König Pharo,

Wir trinken auch Doch, apropos!

Begegnet dir van ungefährDer liebe Gott, und fragt dich, woherDu seiest, so sage nicht: aus Berlin,

Sag lieber: aus München oder aus Wien,"

Die Wahlvcrlobten.

Du weinst und siehst mich an, und meinst,Daß du ob meinem Elend weinstDn weißt nicht, Weib! dir selber giltDie Thrän', die deinem Aug' entquillt.