Romancero — Letzte Gedichte.
Nenn mir daher die Stadt und das Reich,
Woher du bist; sag mir zugleich,
Ob du vermählt warst? — Eyliches Dulden
Sühnt oft des Menschen ärgste Schulden;
Ein Ehmann braucht nicht in der Hölle zn schmoren,
Ihn läßt man nicht warten vor HimmelSthvren,"
Die Seele antwortet: „Ich bin aus Preußen,Die Vaterstadt ist Berlin geheißen.
Dort rieselt die Spree, und in ihr BettePflegen zu wässern die jungen Kadeite;
Sie fließt gemütlich über, wenn's regcnt —Berlin ist auch eine schöne Gegend!
Dort bin ich Privatdocent gewesen,lind Hab' über Philosophie gelesen —
Mit einem Stiftsfräulein war ich vermählt,
Doch hat sie oft entsetzlich krakehlt,
Besonders wenn im Hans kein Brot —
Drauf bin ich gestorben und bin jetzt tot."
Sankt Peter rief: „O weh! o weh!Die Philosophie ist ein schlechtes Metier.Wahrhaftig, ich begreife nie,
Warum man treibt Philosophie.
Sie ist langweilig und bringt nichts ein,Und gottlos ist sie obendrein;
Da lebt man mir in Hunger und Zweifel,Und endlich wird man geholt vom Teufel.Gejammert hat wohl deine ZiantnppeOft über die magere Wassersuppe,
Woraus niemals ein Auge von FettSie tröstend angelächelt hätt' —
Nun, sei getrost, du arme Seele!
Ich habe zwar die strengsten Befehle,
Jedweden, der sich je im LebenMit Philosophie hat abgegeben,
Zumalen mit der gottlos deutschen,
Ich soll ihn schimpflich von hinnen peitschen —Doch mein Geburtstag, wie gesagt,
Ist eben heut, und fortgejagtSollst du nicht werden, ich schließe dir ansDas Himmelsthor, und jetzo laufGeschwind herein —
„Jetzt bist du geborgen!Den ganzen Tag, vom frühen Morgen