Letzte Gedichte. 2ög
Der Sarg ist fertig, sie versenkenMich in die Grnft, Da Hab' ich Ruh.
Dvch dn, doch du, Marie, du,
Wirst weinen oft und mein gedenken.
Du ringst sogar die schönen Hände —
O tröste dich — Das ist das Los,
Das Menschenlos'. — was gut und großUnd schön, das nimmt ein schlechtes Ende.
Hnllclnja.
Am Himmel Sonn' und Mond und Stern',Sie zeugen von der Macht des Herrn;Und schaut des Frommen Aug' nach oben,Den Schöpfer wird er Preisen, loben.
Ich brauche nicht so hoch zu gaffen,Aus Erden schon find' ich gcnnngKunstwerke, welche Gott erschaffen,
Die würdig der Bewunderung.
Ja, lieben Leute, erdenwärtsSenkt sich bescheidcntlich mein Blick,
Und findet hier das MeisterstückDer Schöpfung: unser Mcnschenhcrz.
Wie herrlich auch der Sonne Pracht,Wie lieblich auch in stiller NachtDas Mondeulicht, der Sterne Glanz,Wie strahlend der Kvmetenschwanz —
Die Himmclslichter allesamt,
Sie sind mir eitel Pfcnnigskerzen,
Vergleich' ich sie mit jenem Herzen,
Das in der Brust des Menschen flammt.
Das ist die Welt in Miniatur,
Hier giebt es Berge, Wald und Flur,
Einöden auch mit wilden Bestjen,
Die oft das arme Herz beläst'gen.
Hier stürzen Bäche, rauschen Flüsse,
Hier gähnen Gründe, Felsabschüsse,
Viel bunte Gärten, grüne Rasen,Wo Lämmlein oder Esel grasen. —
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