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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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257
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Letzte Gedichte.

37.

Für eine Grille — keckes Wagen! —Hab' ich das Leben eingesetzt;

Und nun das Spiel verloren jetzt,

Mein Herz, du darfst dich nicht beklagen.

Die Sachsen sagen: „MinschenwilleIst Minschcn-Himmelryk" — Ich gabDas Leben hin, jedoch ich Hab'Verwirklicht meines Herzens Grille!

Die Seligkeit, die ich empfundenDarob, war nur von kurzer Frist:

Doch wer von Wonne trunken ist,Der rechnet nicht nach eitel Stunden.

Wo Seligkeit, ist Ewigkeit;

Hier lodern alle LiebesflammenIn eine cinz'ge Glut zusammen,

Hier giebt es weder Raum noch Zeit.

38.

Mittelalterliche RoheitWeicht dem. Aufschwung schöner Künste:Instrument moderner BildungIst vorzüglich das Klavier.

Auch die Eisenbahnen wirkenHeilsam aufs Familienleben,

Sintemal sie uns erleichternDie Entfernung von der Sippschaft.

Wie bedaur' ich, daß die DarreMeines Rückgratmarks mich hindert,Lange Zeit noch zu verweilenIn dergleichen Fortschrittswclt!

39.

Es gab den Dolch in deine HandEin böser Dämon in der bösen Stunde —Ich iveiß nicht, wie der Dämon hieß —Ich weiß nur, daß vergiftet war die Wunde.

In stillen Nächten denk' ich oft,

Du solltest mal dem Schattenreich entsteigen,Und lösen alle Rätsel mirUnd mich von deiner Unschuld überzeugen,ine's Werte. III. Vd. 17