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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
256
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Nomancero — Letzte Gedichte.

Ewigkeit, wie bist du laug,

Länger noch als tausend Jahr;Und der Satan kommt am End';Frißt mich auf mit Haut und Haar.

3S.

Stunden, Tage, EwigkeitenSind es, die wie Schnecken gleiten;Diese grauen RiesenschneckenIhre Hörner weit ausrecken.

Manchmal in der öden Leere,Manchmal in dem NebelmcereStrahlt ein Licht, das süß und golden,Wie die Augen meiner Holden.

Doch im selben Nu zerstäubetDiese Wonne, und mir bleibetDas Bewußtsein nur daS schwere,Meiner schrecklichen Misere.

36.

Worte! Worte! keine Thaten!Niemals Fleisch, geliebte Puppe,Immer Geist und keinen Braten,Keine Knödel in der Suppe!

Doch vielleicht ist dir zuträglichNicht die wilde Lendenkraft,Welche galoppieret täglichAuf dem Roß der Leidenschaft.

Ja, ich fürchte fast, es riebe,Zartes Kind, dich endlich ansJene wilde Jagd der Liebe,Amors Steeplechese-Wettlauf.

Viel gesünder, glaub' ich schier,Ist für dich ein kranker MannAls Liebhaber, der gleich mirKaum ein Glied bewegen kann.

Deshalb unsrem Herzcnsbund,Liebste, widme deine Triebe;Solches ist dir sehr gesund,

Eine Art Gesundheitsliebc.