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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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255
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Letzte Gedichte. 255

Läßt man sich vom Fleische locken,

Das ist immer noch verzeihlich;

Aber Bnhlschaft mit dem Knochen,

Diese Sünde ist abscheulich!

DaS ist Satans bose Tücke,

Er verwirret unsre Sinne:

Wir verlassen eine Dicke,lind wir nehmen eine Dünne!

32.

Glaube nicht, daß ich ans DummheitDulde deine Teufeleien;

Glaub auch nicht, ich sei ein Herrgott,Der gewohnt ist zu verzeihen.

Deine Rücken, deine TückenHab' ich freilich still ertragen.

Andre Lcut' an meinem PlatzeHätten längst dich totgeschlagen.

Schweres Kreuz! Gleichviel, ich schlepp' eS!Wirst mich stets geduldig finden —

Wisse, Weib, daß ich dich liebe,

Um zu büßen meine Sünden.

Ja, du bist mein Fegefeuer,

Doch aus deinen schlimmen ArmenWird geläutert mich erlösenGottes Gnade und Erbarmen.

33.

Hab' eine Jungfrau nie verführetMit LiebcSwvrt, mit Schmeichelei;Ich Hab' auch nie ein Weib berühret,Wüßt' ich, daß sie vermählet sei.

Wahrhaftig, wenn es anders wäre,Mein Name, er verdiente nichtZu strahlen in dem Buch der Ehre;Alan dürft' mir spucken ins Gesicht.

34.

Ewigkeit, wie bist du lang,

Länger noch als tausend Jahr;Tausend Jahre brat' ich schon,Ach! und ich bin noch nicht gar.