Letzte Gedichte. 251
O Gott, verkürze meine Quak,
Damit man mich bald begrabe;
Du weißt ja, das; ich kein TalentZum Mnrtyrtnme habe.
Ob deiner Inkonsequenz, o Herr,
Erlaube, daß ich staune:
Du schufest den fröhlichsten Dichter, und raubstIhm jetzt seine gute Laune.
Der Schmerz vcrdnmpft den heitern SinnUnd macht mich melancholisch,
Nimmt nicht der traurige Spaß ein End',
So werd' ich am Ende katholisch.
Ich heule dir dann die Ohren voll,
Wie andre gute Christen —
O Miserere! Verloren gehtDer beste der Humoristen!
2S.
Mir lodert und wogt im Hirn eine FlutVon Wäldern, Bergen und Fluren;
Aus dem tollen Wust tritt endlich hervorEin Bild mit festen Konturen.
Das Städtchen, das nur im Sinne schwebt,Ist Godesberg, ich denkeDort wieder unter dein LindenbaumSitz' ich vor der alten Schenke.
Der Hals ist mir trocken, als hätt' ich verschlucktDie untergehende Sonne.
Herr Wirt! Herr Wirt! Eine Flasche WeinAns Eurer besten Tonne!
Es fließt der holde RebensaftHinunter in meine Seele,
Und löscht bei dieser GelegenheitDen Sonnenbrand der Kehle.
Und noch eine Flasche, Herr Wirt! Ich trankDie erste in schnöder Zerstreuung,
Ganz ohne Andacht! Mein edler Wein,
Ich bitte dich drob um Verzeihung.
Ich sah hinauf nach dem Drachenfels,Der hochromantisch beschienenVom Abendrot, sich spiegelt im RheinMit seinen Burgruinen.