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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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246
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246 Romancero — Letzte Gedichte.

Den ganzen Nachmittag bis sechseHab' gestern ich ninsvnst geharrt —Umsonst; dn kamst nicht, kleine Hexe,So daß ich fast wahnsinnig ward.

Die Ungeduld hielt mich umringeltWie Schlangen; — jeden AugenblickFuhr ich empor, »venu man geklingelt,Doch kamst du nicht — ich sank zurück!

Dn kämest nicht — ich rase, schnaube,Und Satanas raunt mir ins Ohr:Die Lotosblume, wie ich glaube,

Mokiert sich deiner, alter Thor!

17.

Wer ein Herz hat und im HerzenLiebe trägt, ist überwundenSchon zur Hälfte; und so lieg' ichJetzt geknebelt und gebunden

Wenn ich sterbe, wird die ZungeAusgeschnitten meiner Leiche;

Denn sie fürchten, redend kam' ichWieder aus dem Schattenreiche.

Stumm verfaulen wird der ToteIn der Gruft, und nie verratenWerd' ich die an mir verübtenLächerlichen Frevelthaten.

18.

Nachts, erfaßt vom wilden Geiste,Streck' ich die geballten FausteDrohend nnS — jedoch erschlafftSinkt der Arm, mir fehlt die Kraft.

Leib und Seele sind gebrochen,Und ich sterbe ungerochen.

Auch kein BlntSfrcnnd, zornentflammt.Übernimmt das Nächcramt.

Ach! Blntsfrennde sind es eben,Welche mir den Tod gegeben,

Und die schnöde MenchclthatWard verübet durch Verrat.