24!) Romancerv — Letzte Gedichte.
Mein Trost ist! Lethcs Wasser hobenNoch jetzt verloren nicht die Macht,DaS dumme Mcnschenhcrz zu labenMit deS Vergcssens süßer Nacht,
5.
Ich habe verlacht, bei Tag und Nacht,So Männer wie Frauenzimmer,
Ich habe große Dummheiten gemacht —Die Klugheit bekam mir noch schlimmer.
Die Magd ward schwanger und gebar —Wozu das viele Gewimmer?
Wer nie im Leben thöricht war,
Ein Weiser war er nimmer.
6.
Ich sah sie lachen, sah sie lächeln,
Ich sah sie ganz zu Grunde geh»;
Ich hört' ihr Weinen und ihr Röcheln,Und habe ruhig zugcschn.
Leidtragend folgt' ich ihren Särgen,Und bis zum Kirchhof ging ich mit,
Hernach, ich will es nicht verbergen,
Speist' ich zu Mittag mit App'tit,
Doch jetzt auf einmal mit BetrübnisDenk' ich der längstverstorbncn Schar;Wie lodernd plötzliche VerliebnisStürmt's auf im Herzen wunderbar!
Besonders sind eS Julchens Thräncn,Die im Gedächtnis rinnen mir:
Die Wehmut wird zu wildem Sehnen,Und Tag und Nacht ruf' ich nach ihr! — —
Oft kommt zu mir die tote BlumeIm Fiebertranm; alsdann zu MutIst mir, als böte sie posthumeGewährung meiner Liebesglut,
O zärtliches Phantom, umschließeBlich fest und fester, deinen MundDrück ihn auf meinen Mund — versüßeDie Bitternis der letzten Stund'!