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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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228
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228 Momancero — Letzte Gedichte.

IK49-1793-???.

Die Briten zeigten sich sehr riidcUnd ungeschlissen als Regicide,

Schlaflos hat König Karl verbrachtIn Whitehall seine letzte Nacht.

Vor seinem Fenster sang der SpottUnd ward gehämmert an seinem Schafott.

Viel höflicher nicht die Franzosen waren.In einem Fiaker haben dieseDen Ludwig Capct zum Richtplatz gefahren,Sie gaben ihm keine Calsche de Remise,

Wie nach der alten EtiketteDer Majestät gebühret hätte.

Noch schlimmer erging's der Marie Antoincttc.Denn sie bekam nur eine Charrette;

Statt Chambellan und Dame d'AtourEin Sansculotte mit ihr fuhr.

Die Witwe Capet hob höhnisch und schnippeDie dicke habSburgische Unterlippe.

Franzosen und Briten sind von NaturGanz ohne Gemüt; Gemüt hat nurDer Deutsche, er wird gemütlich bleibenSagar im terroristischen Treiben.

Der Deutsche wird die MajestätBehandeln stets mit Pietät.

In einer sechsspännigen Hoskarvsse,

Schwarz panaschiert und beflort die Rosse,

Hoch ans dem Bock mit der TraucrpeitjchcDer weinende Kutscher — so wird der deutscheMonarch einst nach dem Richtplatz kutschiertUnd nntcrthänigst guillotiniert.

Citronin.

Das war in jener Kinderzeit,Als ich noch trug ein Fliigclkleid,Und in die Kindcrschule ging,Wo ich das ABC anfing —Ich war das einz'ge kleine BübchenIn jenem Vogelkäfigstiibchcn,Ein Dutzend Mädchen allerliebstWie Vöglcin haben dort gepiepst,Gezwitschert und getiriliert,