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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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225
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Letzte Gedichte, 225

Und sein König, sein Protektor,

Hat znm GeneraldirektorSämtlicher MusikanstnltcnIhn ernannt und mit Gewalten

Ausgerüstet,

die ich heute nnterthänigst ehrfurchtsvoll in Anspruch uehmc.

Die Menge thut es.

„Die Pfannekuchen, die ich gegeben bisher fürdrei Silbergroschen, ich geb' sie nunmehr fürzwei Silbergroschen; die Menge thut es."

Nie löscht, als war' sie gegossen in Bronze,

Mir im Gedächtnis jene Annonce,

Die einst ich las im Intelligenz-BlattDer intelligenten Bvrnssenhauptstadt.

Bornsscnhanptstadt, mein liebes Berlin,

Dein Ruhne wird blühen ewig grihnAls wie die Beeme deiner Linden —

Leiden sie immer noch an Winden?

Wie geht's dem Tiergarten? Giebt's dort noch ein Tier,Das ruhig trinkt sein blondes Bier,

Mit der blonden Gattin, in den Hütten,

Wo kalte Schale und fromme Sitten?

Borussenhanptstadt, Berlin, was machst du?Ob welchem Eckensteher lachst du?

Zu meiner Zeit gab's noch keine Nante:

Es haben damals nur gewitzeltDer Herr Wisvtzki und der bekannteKronprinz, der jetzt auf dem Throne sitzclt.

Es ist ihm seitdem der Spaß vergangen,

Und den Kopf mit der Krone läßt er hangen.

Ich habe eine Faible für diesen König!

Ich glaube, wir sind uns ähnlich ein wenig.Ein vornehmer Geist, hat viel Talent —

Auch ich, ich wäre ein schlechter Regent.

Wie mir, ist auch zuwider ihmDie Musik, das edle Ungetüm;

Ans diesem Grund protegiert auch erDen Mnsikverderber, den Meyerbeer.

Der König von ihm bekam kein Geld,

Wie fälschlich behauptet die böse Welt.

Heine's Werke. III. Bd. 15