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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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223
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Letzte Gedichte. 22Z

Mit dem einen Maule schonSchwätzt zu viel der Erdensohn.

Wenn er doppelmäulig war',

Fraß' und log' er auch noch mehr.

Hat er jetzt das Maul voll Brei,

Muß er schweigen unterdessen,

Hätt' er aber Mäuler zwei,

Löge er sogar beim Fressen.

Mit zwei Ohren hat versehnUns der Herr. Vorzüglich schonIst dabei die Shmmetric.

Sind nicht ganz so lang wie die,

So er unfern grauen, bravenKameraden anerschaffen.

Ohren gab uns Gott die beiden,

Um von Mozart, Gluck und HaydnMeisterstücke anzuhören —

Gäb' es nur Tonkunst-KolikUnd Hämorrhoidal-MusikVon dem großen Meyerbeer,

Schon ein Ohr hinlänglich wär'. —

Als zur blonden TeutelindeIch in solcher Weise sprach,

Seufzte sie und sagte: Ach!

Grübeln über Gottes Gründe,

Kritisieren unfern Schöpfer,

Ach, das ist, als ob der TopfKlüger sein wollt' als der Töpfer!

Doch der Mensch fragt stets: Warum?

Wenn er sieht, daß etwas dumm.

Freund, ich Hab' dir zugehört,

Und du hast mir gut erklärt,

Wie zum weisesten BehufGott dem Menschen zwiefach schufAugen, Ohren, Arm' und Bein',

Während er ihm gab nur einExemplar von Nas' und Mund —

Doch nun sage mir den Grund:

Gott, der Schöpfer der Natur,

Warum schuf er