Letzte Gedichte. 221
Als Amazone ritt neben ihmDie Gattin mit der langen Nase;
Sie trug ans dem Hut eine kecke Feder,
Im schönen Angc blitzte Ekstase.
Die Sage geht, es habe die FranVergebens bekämpft den Kleinmut des Gatten,Als Flintenschüsse seine zartenUntcrleibsnervcn erschüttert hatten.^)
Sie sprach zu ihm: „Sei jetzt kein Hast,
Entmcmme dich deiner verzagten Gefühle,
Jetzt gilt es zu siegen oder zu sterben —Die Kaiserkrone steht ans dem Spiele.
„Denk an die Not des VaterlandsUnd an die eignen Schulden und Noten.
In Frankfurt "lasst ich dich krönen, und RothschildBorgt dir wie andren Majestäten.
„Wie schön der Mantel von HermelinDich kleiden wird! Das Vivatschreicn,
Ich hör' es schon; ich seh' auch die Mädchen,Die weihgekleidet dir Blumen streuen" —
Vergebliches Mahnen! AntipathienGiebt es, woran die Besten siechen,
Wie Goethe nicht den Rauch des Tabaks,
Kann unser Held kein Pulver riechen.
Die Schüsse knallen — der Held erblaßt,
Er stottert manche unsinnige Phrase,
Er phantasieret gelb — die GattinHält sich das Tuch vor der langen Nase.
So geht die Sage — Ist sie wahr?
Wer weih es? Wir Menschen sind nicht vollkommen.Sogar der große Hvratins FlaccusHat in der Schlacht ReißnuS genommen.
Das ist auf Erden des Schönen LoS!
Die Feinen gehn unter, ganz wie die Plumpen;Ihr Lied wird Makulatur, sie selber,
Die Dichter, werden am Ende Lumpen.
Gcsecht bei Dosscndach, in dem die von Herweg!), dessen Gattin undBornstedt gcjührtc Frcischar zersprengt ward.