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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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Nomanccro — Letzte Gedichte,

„Du zahltest sechzigtanscnd Mark?

Du zahltest vielleicht auch siebzig?

Ist nicht zu viel für Christcnfleisch —Dem Töchtcrlcin war sv schnippsig,

„Ich diu ciu Schlcnnhl! Wahl doppelt so vielHat mau mir abgenommen,

Und Hab' für all mein schönes GeldNur Schund, nur Schofel bekommen,"

Der kluge Jekef lächelt so klug,

Und spricht wie Nathan der Weise:

„Dn giebst zu viel und zu rasch, mein Freund,lind du verdirbst uns die Preise,

„Du hast nur dein Geschäft im Kopf,

Denkst nur an Eisenbnhne;

Doch ich bin ein Müßiggänger, ich geh'Spazieren und brüte Plane,

„Wir überschätzen die Christen zu sehr,Ihr Wert hat abgenommen;

Ich glaube, für hunderttausend MarkKannst du einen Papst bekommen,

„Ich Hab' für mein zweites TöchtcrleinJetzt einen Bräut'gam in petto,

Der ist Senator und mißt sechs Fuß,

Hat keine Cousinen in Ghetto,

„Nur vicrzigtausend Mark CourautGeb' ich für diese Christen;

Die Hälfte der Summe zahl' ich komptant,Den Rest verzinst in Fristen,

„Mein Sohn wird Bürgermeister einst,

Trotz seinem hohen Rücken;

Ich setz' es durch — der Wandrahm sollSich vor meinem Samen bücken,

„Mein Schwager, der große Spitzbub', hatMir gestern zugeschworen:

„Du kluger Jekef, es geht an dirEin Tallcyraud verloren,"

Das waren die Worte, die mir einst,

NlS ich spazieren gegangenZu Hamburg auf dem Jungfernstieg,

Ans Ohr vorüber klangen.