Letzte Gedichte.
Sogleich erhebt ihr des EselgeschreisEntsetzliche Laute! Ihr möchtet zerfleischenDie ganze Welt, und könnt nur kreischen,linsinniger Jähzorn, der alles vergißt!Ohnmächtige Wut, die lächerlich ist!En'r dummes Gebreie, es offenbart,
Wie viele Tücken jeder Art,
Wie ganz gemeine Schlechtigkeitlind blöde Niederträchtigkeitlind Gift und Galle und Arglist sogarIn der Eselshaut verborgen war."
Hier rülpste der König, doch unterbrach erNicht lange die Rede, und weiter sprach er:
„Hochmögende Esel, ihr jungen und alten!Ihr seht, ich kenne euch! Ungehalten,
Ganz allerhöchst ungehalten bin ich,
Daß ihr so schamlos widersinnigVerunglimpft habt mein Regiment.
Auf eurem Eselsstandpnnkt könntIhr nicht die großen Löwen-IdeenVon meiner Politik verstehen.
Nehmt euch in acht! In meinem ReicheWächst manche Buche und manche Eiche,Woraus man die schönsten Galgen zimmert,Auch gute Stöcke. Ich rat' euch, bekümmertEuch nicht ob meinem Schalten und Walten!Ich rat' euch, ganz das Manl zu halten!Die Naisonneure, die frechen Sünder,Die lass' ich öffentlich stäupen vom Schinder;Sie sollen ini Zuchthaus Wolle kratzen.
Wird einer gar von Aufruhr schwatzen,Und Straßen entPflastern zur Barrikade —Ich lass' ihn henken ohne Gnade.
Das Hab' ich euch, Esel, einschärfen wollen!Jetzt könnt ihr euch nach Hause trollen."
Als diese Rede der König gehalten,Da jauchzten die Esel, die jungen und alten;Sie riefen einstimmig: „J-A! J-A!
Es lebe der König! Hurra! Hurra!"
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