196 Nomancero — Letzte Gedichte.
Sic zählt mich unter ihren Ahnen
Gar manchen Hengst, der unter den Fahnen
Gottfrieds von Bouillon gewiehert hat,
Als dieser erobert die heilige Stadt.
Vor allem aber durch ihre Schöne
Glänzt sie! Wenn sie schüttelt die Mähne,
Und wenn sie schnaubt mit den rosigen Nüstern
Jauchzt auf mein Herz, entzückt und lüstern —
Sie ist die Blume und Krone der Mähren,
Und wird mir einen Kronerben bescheren.
Ihr seht, verknüpft mit dieser Verbindung
Ist meiner Dynastie Begründung.
Mein Name wird nicht untergehn,
Wird einig in Klios Annale» bestehn.
Die hohe Göttin wird von mir sagen,
Daß ich ein Löwenherz getragen
In meiner Brust, daß ich weise und klug
Regiert, und auch die Laute schlug."
Hier rülpste der König, doch unterbrach erNicht lange die Rede, und weiter sprach er:
„Hochmögende Esel, ihr jungen und alten!Ich wcrd' euch meine Gunst erhalten,
Solang ihr derselben würdig seid.
Zahlt eure Steuern zur rechten Zeit,Und wandelt stets der Tugend Bahn,Wie weiland eure Väter gethan,
Die alten Esel! In Frost und SchwüleSie trugen geduldig die Säcke zur Mühle,Wie ihnen gebot die Religion; —
Sie wußten nichts von Revolution —
Kein Murren entschlüpfte der dicken Lippe,Und au der Gewohnheit frommen KrippeFraßen sie ruhig ihr friedliches Heu!
Die alte Zeit, sie ist vorbei.
Ihr neueren Esel seid Esel geblieben,
Doch ohne Bescheidenheit zu üben.
Ihr wedelt kümmerlich mit dem Schwanz.
Doch drunter lauert die Arroganz.
Ob eurer albernen Miene hältFür ehrliche Esel euch die Welt;
Ihr seid unehrlich und boshaft dabei,
Trotz eurer demütigen Eselei.
Steckt man euch Pfeffer in den St—ß,