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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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195
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Letzte Gedichte.

Mein Hvfpvct hat ein Gedicht

Alts mich gemacht, worin er spricht:

.Wie angeboren dem Kamele

Der Vinkel ist, ist deiner Seele

Die Großmnt des Löwen angeboren —

Es hat dein Herz keine langen Ohren!'

So singt er in seiner schönsten Strophe,

Die jeder bewundert an meinem Hose.

Hier bin ich geliebt; die stolzesten Pfanen

Wetteifern, mein königlich Haupt zu krauen.

Die Künste beschütz' ich; man mich gesteh»,

Ich bin zugleich August und Mttccn.

Ich habe ein schönes Hofthcatcr;

Die Heldcnrollen spielt ein Kater.

Die Mimin Mimi, die holde Puppe,

Und zwanzig Möpse bilden die Truppe.

Ich Hab' eine Maler-Akademie

Gestiftet für Affen von Genie.

Als ihren Direktor Hab' ich in petto,

Den Nafael des Hamburger Ghetto,

Lehmann von Drcckwall, zu engagieren;

Er soll mich auch selber porträtieren.

Ich Hab' eine Oper, ich Hab' ein Ballett,

Wo halb entkleidet und ganz kokett

Gar allerliebste Vögel singen

Und höchst talentvolle Flöhe springen.

Knpellcnmeister ist Meyer-Bär,

Der musikalische Millionär;

Jetzt schreibt der große Bären-Meyer

Ein Festspiel zu meiner Vermählungsfeier.

Ich selber übe die Tonkunst ein wenig,

Wie Friedrich der Große, der Prcnßcnkönig.

Er blicß die Flöte, ich schlage die Laute,

lind manches schöne Auge schaute

Sehnsüchtig mich an, wenn ich mit Gefühl

Geklimpert ans meinem Saitenspiel.

Mit Freude wird einst die Königin

Entdecken, wie musikalisch ich bin!

Sie selbst ist eine vollkommene Stute

Von hoher Geburt, vom reinsten Blute.

Sie ist eine nahe Anverwandte

Von Don Quixotes Rosinante;

Ihr Stammbaum bezeugt, daß sie nicht minder

Verwandt mit dem Bayard der HcymvnSkinder;

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