Romcmccro — Letzte Gedichte.
Ertragen müssen wir in Frieden.
WaS nns vom Schicksal ward bcschicden.
Ich war der Lampe Docht, ich mnß
Verbrennen; du, der Spiritus,
Wirst droben auserlesen seilt,
Zu leuchten als ein Sternelein
Vom reinsten Glanz — Ich bin nur Plunder,
Materie nur, wie morscher Zunder
Zusammensinkend, und ich werde,
Was ich gewesen, eitel Erde.
Nun lebe wohl und tröste dich!
Vielleicht auch amüsiert man sich
Im Himmel besser, als du meinst.
Siehst du den großen Bären einst
(Nicht Meyer-Bär) im Sternensaal,
Grüß ihn von mir vieltansendmnl!"
Dic Libelle.
Es tanzt die schöne LibelleWohl auf des Baches Welle;
Sie tanzt daher, sie tanzt dahin,Die schimmernde, flimmernde Gauklerin.
Gar mancher sunge Käfer-ThorBewundert ihr Kleid von blauem Flor,Bewundert des Leibchens EmailleUnd auch die schlanke Taille.
Gar mancher junge Käfer-ThorSein bißchen Käfer-Verstand verlor;Die Buhlen sumsen von Lieb' und Treu,Versprechen Holland und Brabant dabei.
Die schöne Libelle lacht und spricht:
„Holland und Brabant brauch' ich nicht,
Doch sputet euch, ihr Freier,
Und holt mir ein Fünkchen Feuer.
„Dic Köchin kam in Wochen,
Muß selbst mein Süpplein kochen;
Die Kohlen des Herdes erloschen sind —
Holt mir ein Fünkchen Feuer geschwind."
Kaum hatt' die Falsche gesprochen das Wort,Dic Käfer flatterten eilig fort.
Sie suchen Feuer, und lassen baldWeit hinter sich den Heimatwald.