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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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184
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184 Romancero — Letzte Gedichte.

Moral.

Die Ritterzeit hat aufgehört,Und hungern muß daS stolze Pferd.

Dein armen Luder, dem Esel, aberWird niemals fehlen sein Heu und Haber.

Rote Pantoffeln.

Gar böse Katze, so alt und grau,

Sie sagte, sie sei eine Schusterfrau;

Auch stand vor ihrem Fenster ein Lädchen,

Worin Pantoffeln für junge Mädchen,

Pantöffelchen von Maroquin,

Bon Saffian und von Satin,

Von Samt, mit goldenen Borten garniertUnd buntgeblümten Bändern verziert.

Am lieblichsten dort zu schauen IvarEin scharlachrotes Pantöffelchenpaar;

Es hat mit seiner FarbenprachtGar manchem Dirnchen ins Herz gelacht.

Eine junge weiße Edelmans,

Die ging vorbei dem Schnsterhaus,

Kehrt' wieder um, dann blieb sie stehn,

Thät' nochmals durch das Fenster sehn —

Sprach endlich: „Ich grüß' Euch, Frau Kitze, Frau KatzqGar schöne rote Pantöffelchen hat Sie;

Sind sie nicht teuer, ich kauf' sie Euch ab,

Sagt mir, wieviel ich zu zahlen Hab'."

Die Katze rief: „Mein Jüngferlein,

Ich bitte gehorsamst, treten Sie ein,

Geruhen Sie, mein Hans zu beehrenMit Dero Gegenwart; es verkehrenMit mir die allerschönsten MadelUnd Herzoginnen, der höchste Adel —

Die Töffelchen will ich wohlfeil lassen —

Doch laßt uns sehn, ob sie Euch passen —

Ach, treten Sie ein und nehmen Sie Platz" —

So flötet die boshaft listige Katz,

Und das weiße unerfahrene Ding°

In die Mördergrub', in die Falle ging —

Auf eine Bank setzt sich die MausUnd streckt ihr kleines Beinchen aus,