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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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178
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178 Romancero Letzte Gedichte.

Jaminerthal.

Der Nachtwind durch die Luken Pfeift,Und auf dem DachstublagerZwei arme Seelen gebettet sind;

Sie schauen so blaß und so mager.

Die eine arme Seele spricht:

Umschling mich mit deinen Armen,

An meinen Mund drück fest deinen Mund,Ich will an dir erwarmen."

Die andre arme Seele spricht:

Wenn ich dein Auge sehe,

Verschwindet mein Elend, der Hunger, der FrostUnd all niein Erdenwehe."

Sie küßten sich viel, sie weinten noch mehr,Sie drückten sich seufzend die Hände,

Sie lachten manchmal und sangen sogar,

Und sie verstummten am Ende.

Am Morgen kam der Kommissär,

Und mit ihni kam ein braverChirurgus, welcher konstatiertDen Tod der beiden Kadaver.

Die strenge Wittrung," erklärte er,Mit Magenleere vereinigt,

Hat beider Ableben verursacht, sie hatZum mindesten solches beschleunigt."

Wenn Fröste eintreten, setzt' er hinzu,Sei höchst notwendig VerwahrungDurch wollene Decken; er empfahlGleichfalls gesunde Nahrung.

Eduard.

Panaschierter Leichenwagen,Schwarzbehttngtc Trauerpferde!Ihm, den sie zu Grabe tragen,Glückte nichts ans dieser Erde.

War ein junger Mann. Er hätteGern wie andre sich erquicketAu dem irdischen Bankette,

Doch es ist ihm nicht geglücket.