Letzte Gedichte.
III.
Heiter überstrahlt die SanneGolf und Strand der Insel Euba:In dem blauen Himmel hängenHeute lauter Violinen.
Rotgcküßt iiom kecken Lenze,
In dem Mieder von Smaragden,
Bunt geputzt wie eine Braut,
Blüht und glüht die schöne Insel.
Auf deni Strande farbenschillcrnd,Wimmelt Volk von jedem Stande,Jedem Alter: doch die HerzenPochen wie vom selben Pulsschlag.
Denn derselbe TrostgcdankeHat sie alle gleich ergriffen,
Gleich beseligt — Er bekundetSich im stillen Freudezittcrn
Einer alten Begnine,
Die sich an den Krücken hinschleppt,lind, den Rosenkranz abkugelnd,
Ihre Paternoster murmelt —
Es bekundet sich derselbeTrvstgedankcn in dem LächelnDer Signora, die ans güldnemPalankin getragen wird,
lind, im Munde eine Blume,Kokettiert mit dem Hidalgo,
Der, die Schnurrbartzipfel kräuselnd,Fröhlich ihr zur Seite wandelt —
Wie auf dem Gesicht der steifenSoldateske, zeigt die FreudeSich im klerikalen Antlitz,
Das sich menschlich heut entrunzelt —
Wie vergnügt der dünne SchwarzrockSich die Hände reibt! wie fröhlich!Wie der feiste KapuzinerStreichelt froh sein Doppelkinn!
Selbst der Bischof, der gewöhnlichGriesgram aussieht, wenn er MesseLesen soll, weil dann sein FrühstückEin'gen Aufschub leiden muß —