Letzte Gedichte. Igl
II.
Auf dem Festland bleibt der RitterTreu den alten Seemannsbrttuchen,lind ivie einst auf seinem SchiffeSchläft er nachts in einem Hamak.
Auch die Wellenschlagbcwcgung,
Die so oft ihn eingeschläfert,
Will der Ritter nicht entbehren,lind er läßt den Hamak schaukeln.
Dies Geschäft verrichtet Kala,
Alte Indianerin,
Die vom Ritter die MoskitosAbwehrt mit dem Pfauenwedcl.
Während sie die lnft'ge WiegeMit dem greisen Kinde schaukelt,
Lullt sie eine märchenhafteAlte Weise ihrer Heimat.
Liegt ein Zauber in dem Singsang?
Oder in des Weibes Stimme,
Die so flötend wie GezwitscherEines Zeisigs? Und sie singt:
„Kleiner Vogel Kolibri,
Führe uns nach Bimini;
Fliege du voran, wir folgenJtl bewimpelten Pirogen.
„Kleines Fischchen Brididi,
Führe uns nach Bimini;
Schwimme du voran, wir folgen,
Rudernd niit bekränzten Stangen.
„Auf der Insel BiminiBlüht die ew'ge Friihlingswvnne,
Und die gvldncn Lerchen jauchzenAm Azur ihr Tirili.
„Schlanke Blumen überwuchernWie Savannen dort den Boden,
Leidenschaftlich sind die DüfteUnd die Farben üppig brennend.
„Große Palmenbäume ragenDraus hervor, mit ihren FächernWehen sie den Blumen untenSchattenküsse, holde Kühle.
Hcine'S Wcrtc. III. Bd. 11
-