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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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160
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Romancero Letzte Gedichte.

Was er leidet, der vergänglichArme Mensch, wenn seines LeibesEdle Kraft und HerrlichkeitDorrt und hinwelkt bis zum Zerrbild!

Ach, viel glücklicher, als wir,

Sind die Bäume, die gleichzeitigEiner und derselbe HerbstwindIhres Bllltterschmucks entkleidet

Alle stehn kahl im Winter,

Und da giebt's kein junges Bäumchen,Dessen grünes Laub verhöhnteDie verwelkten Waldgenvssen,

Ach! bei uns, den Menschen, lebtJeder seine eigne Jahrzeit;

Während bei dem einen Winter,

Ist es Frühling bei dem andern,

Und der Greis fühlt doppelt schmerzlichSeine Ohnmacht bei dem AnblickJugendlicher Überkräfte

Hochgebenedeite Jungfrau!

Rüttle ab von meinen GliedernDieses winterliche Alter,

Das niit Schnee bedeckt mein Haupt,Und mein Blut gefrieren macht

Sag der Sonne, daß sie wiederGlut in meine Adern gieße,

Sag dem Lenze, daß er weckeIn der Brust die Nachtigallen

Ihre Rosen, gieb sie wiederMeinen Wangen, gieb das GoldhaarWieder meinem Haupt, o JungfrauGieb mir meine Jugend wieder!"

Als Don Juan Ponce de LeonVor sich hinsprach solcherlei,

Plötzlich in die beiden HändeDrückte er sein Antlitz schmerzhaft.

Und er schluchzte und er weinteSo gewaltig und so stürmisch,

Daß die hellen ThränengüsseTroffen durch die magern Finger.