Romancero — Letzte Gedichte.
„Ist das Juan Poncc de Leon,Der als Page an dem HofeVon Don Gomez trug die stolzeSchleppe der Alkadentochter?
„Schlank und luftig war der Fant,lind die golduen Locken spieltenUm das Haupt, das voll von LeichtsinnUnd von rosigen Gedanken.
„Alle Damen von SevillaKannten seines Pferdes Hufschlag,Und sie flogen rasch ans Fenster,
Wenn er durch die Straßen ritt.
„Rief der Reiter seinen Hunden,Mit der Zuug' am Gaumen schnalzend,Dann durchdrang der Laut die HerzenHncherrötend schöner Frauen.
„Ist das Juan Pouce de Leon,Der ein Schreck der Mohren war,Und, als wären's Distelköpfe,
Niederhieb der Turbanhäupter?
„Auf dem Blachfeld vor GranadaUnd im Angesicht des ganzenChristenheers hat Don GonzalvoMir den Ritterschlag erteilet.
„An dem Abend jenes Tages,In dem Zelte der JnfantinTanzte ich, beim Klang der Geigen,Mit des Hofes schönen Damen.
„Aber weder Klang der GeigenNoch Gekose schöner DamenHabe ich gehört am AbendJenes Tages — wie ein Füllen
„Stampfte ich des Zeltes Boden,Und vernahm nur das Geklirre,Nur das liebliche Geklirre,
Meiner ersten goldnen Sporen.
„Mit den Jahren kam der ErnstUnd der Ehrgeiz, und ich folgteDem Kolumbus auf der zweitenGroßen Weltentdeckungsreise.