Drittes Buch. Hebräische Melodien.
„In der Bibel ist zu lesen,
Als zur Zeit der WüstenwandrnngIsrael sich oft erlustigtMit den Töchtern Kanaans,
„Da geschah es, daß der PinhaSSähe, wie der edle SimriBuhlschaft trieb mit einem WeibsbildAns dem Stamm der Kananiter,
„Und alsbald ergriff er zornigSeinen Speer und hat den SimriAns der Stelle totgestochen —
Also heißt es in der Bibel.
„Aber mündlich überliefertHat im Volke sich die Sage,
Daß es nicht der Simri war,
Den des Pinhas Speer getroffen,
„Sondern daß der Blinderzürnte,Statt des SünderS, nnversehcnsEinen ganz Unschuld'gen traf,Den Schlcmihl ben Zuri Schaddah." —
Dieser nun, Schlemihl I.,
Ist der Ahnherr des GeschlechtesDerer von Schlemihl. Wir stammenVon Schlemihl ben Zuri Schaddah.
Freilich keine HeldenthatenMeldet man von ihm, wir kennenNur den Namen und wir wissen,Daß er ein Schlcmihl gewesen.
Doch geschätzet wird ein StammbaumNicht ob seinen guten Früchten,
Sondern nur ob seinem Alter —
Drei Jahrtausend' zählt der unsre!
Jahre kommen und vergehen —
Drei Jahrtausende verflossen,
Seit gestorben unser Ahnherr,
Herr Schlemihl ben Zuri Schaddah.
Längst ist auch der Pinhas tot —Doch sein Speer hat sich erhalten,Und wir hören ihn beständigÜber unsre Häupter schwirren.