Romancero — Letzte Gedichte.
Und die besten Herzen trifft er —Wie Jehuda bcn Halevy,
Traf er Moses Iben Esra,
Und er traf auch den Gabirol —-
Den Gabirol, diesen treuenGottgemeihten Minnesänger,
Diese fromme Rachtigall,
Deren Rose Gott gewesen —
Diese Nachtigall, die zärtlichIhre Liebeslieder sangIn der Dunkelheit der gotischMittelalterlichen Nacht!
Unerschrocken, unbekümmertOb den Fratzen und Gespenstern,Ob dem Wust von Tod und Wahnsinn,Die gespukt in jener Nacht —
Sie, die Nachtigall, sie dachteNur an ihren göttlich Liebsten,
Dein sie ihre Liebe schluchzte,
Den ihr Lobgesang verherrlicht!
Dreißig Lenze sah GabirolHier auf Erden, aber FamaÄusposaunte seines NamensHerrlichkeit durch alle Lande.
Zu Corduva, wo er wohnte,
War ein Mohr sein nächster Nachbar,Welcher gleichfalls Verse machteUnd des Dichters Ruhm beneidet'.
Hörte er den Dichter singen,
Schivoll dem Mohren gleich die Galle,Und der Lieder Süße wurdeBittre Wehmut für den Neidhart.
Er verlockte den VerhaßtenNächtlich in sein Haus, erschlug ihnDorten und vergrub den LeichnamHinterm Hause in dein Garten.
Aber siehe! aus dem Boden,
Wo die Leiche eingescharrt war,
Wuchs hervor ein FeigenbaumVon der wunderbarsten Schönheit.