Drittes Buch, Hebräische Melodien, 131
Mußte Dienste dort verrichten,
Die nicht würdig eines RabbiUnd noch wcn'ger eines Dichters,
Mußte nämlich Kühe melken.
Einstens, als er unterm BaucheEiner Kuh gekauert saß,
Ihre Enter hastig fingernd,
Daß die Milch floß in den Zuber —
Eine Position, unwürdigEines Rabbis, eures Dichters —
Da befiel ihn tiefe WehmutUnd er fing zu singen an,
Und er sang so schön und lieblich,
Daß der Khan, der Fürst der Horde,
Der vorbeiging, ward gerühretUnd die Freiheit gab dem Sklaven.
Auch Geschenke gab er ihm,
Einen Fuchspelz, eine langeSarazencn-MandolineUnd das Zehrgeld für die Heimkehr.
Dichterschicksal! böser Unstern,
Der die Söhne des ApolloTödlich ncrgclt, und sogarIhren Bater nicht verschont hat,
Als er, hinter Daphnen laufend,
Statt des weißen NhmphenleibeSNur den Lorbeerbaum erfaßte,
Er, der göttliche Schlemihl!
Ja, der hohe Dclphier istEin Schlcinihl, und gar der Lorbeer,
Der so stolz die Stirnc krönet,
Ist ein Zeichen des Schlemihltums,
Was das Wort Schlemihl bedeutet,
Wissen wir. Hat doch ChamissvIhm das Bürgerrecht in DeutschlandLängst verschafft, dem Worte nämlich.
Aber unbekannt geblieben,
Wie des hcil'gen Niles Quellen,
Ist sein Ursprung; Hab' darüberNachgegrübelt manche Nacht,
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