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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
123
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Drittes Buch. Hebräische Melodien.

Eine kostbar schönste GemmeSchickte er der lieben Mutter;War der Siegelring des Cyrns,Wurde jetzt zn einer Brosche.

Seinem alten WeltarschpaukcrAristoteles, dem sandt' erEinen Onyx für sein großesNatnralicnkabinett.

In dem Kästchen waren Perlen,Eine wunderbare Schnur,

Die der Königin AtossaEinst geschenkt der falsche Smcrdis.

Doch die Perlen waren echt —Und der heitre Sieger gab sieEiner schönen TänzerinAus Korinth, mit Namen Thais.

Diese trug sie in den Haaren,Die bacchantisch aufgelöst,

In der Brandnacht, als sie tanzteZu Pcrscpolis und frech

In die Königsburg geschleudertIhre Fackel, daß laut prasselndBald die Flammeulohe aufschlug,Wie ein Feuerwerk zum Feste.

Nach dem Tod der schöuen Thais,Die au einer babylonschcnKrankheit starb zu Babylon,

Wurden ihre Perlen dort

Auf dem Börsensaal vergautert.Sie erstand ein Pfaff aus MemphisDer sie nach Ägypten brachte,

Wo sie später auf dem Putztisch

Der Kleopatra erschienen,

Die die schönste Perl' zerstampftUnd mit Wein vermischt verschluckte,Um Antonius zu foppen.

Mit dem letzten OmayadenKam die Perlenschnur nach Spanien,Und sie schlängelt am TurbanDeS Kalifen zu Corduva.