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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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Drittes Buch. Hebräische Melodien.

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Er besprengt damit den Tisch,Nimmt alSdann ein kleines Wachslicht,Und er tunkt es in die Nässe,

Daß es knistert und erlischt.

Jehuda bcn Halevy.

(Fragment.)

I.

Lechzend klebe mir die ZungeAn dem Gaumen, und es welkeMeine rechte Hand, vergaß' ichJemals dein, Jerusalem"

Wort und Weise, unaufhörlichSchivirren sie mir heut im Kopfe,

Und nur ist, als hört' ich Stimmen,Psalmodierend, Männerstimmen

Manchmal kommen auch zum VorscheinBärte, schattig lange BarteTraumgestalten, wer von euchIst Jehuda Ken Halevy?

Doch sie huschen rasch vorüber;Die Gespenster scheuen furchtsamDer Lebend'gen plumpen Zuspruch

Aber ihn Hab' ich erkannt

Ich erkannt' ihn an der bleichenUnd gedankenstolzen Stirne,

An den Augen süßer Starrheit

Sahn mich an so schmerzlich forschend -

Doch zumeist erkannt' ich ihnAn dem rätselhaften LächelnJener schön gereimten Lippen,

Die man nur bei Dichtern findet.

Jahre kommen und verfließen.

Seit Jehuda ben HalevyWard geboren, sind verflossenSiebenhundertsünfzig Jahre

Hat zuerst das Licht erblicktZu Toledo in Kastilienlind es hat der goldne TasoIhm sein Wiegenlied gelullet.

Heine'? Werte. IU. Bd. L