Druckschrift 
2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
111
Einzelbild herunterladen
 

Drittes Buch, Hebräische Meivdicn,

In dein Licde wird gefeiertDie Vermählung IsraelsMit der Frau Prinzessin Sabbath,Die man nennt die stille Fürstin.

Perl' und Blume aller SchönheitIst die Fürstin. Schöner warNicht die Königin von Saba,Salomonis Busenfrenndin,

Die, ein Blaustrumpf Äthiopiens,Durch Esprit brillieren wollte,lind mit ihren klugen RätselnAuf die Länge fatigant ward.

Die Prinzessin Sabbath, welcheJa die personifizierteRuhe ist, verabscheut alleGeisteskämpfe und Debatten.

Gleich fatal ist ihr die trampelndDeklamierende Passion,

Jenes Pathos, das mit flatterndAufgelöstem Haar einherstürmt.

Sittsam birgt die stille FürstinIn der Haube ihre Zöpfe;

Blickt so sanft wie die Gazelle,

Blüht so schlank wie eine Addas.

Sie erlaubt dem Liebsten alles,Ausgenommen TabakranchenLiebster! Rauchen ist verboten,

Weil es heute Sabbath ist.

Dafür aber heute mittagSoll dir dampfen, zum Ersatz,Ein Gericht, das wahrhaft göttlichHeute sollst du Schalet essen!"

Schalet, schöner Götterfunken,Tochter ans Elysium!"

Also klänge Schillers Hochlied,

Hätt' er Schalet je gekostet.

Schalet ist die Himmelsspeise,Die der liebe Herrgott selberEinst dem Moses kochen lehrteAuf dem Berge Sinai,