Nomanccro — Letzte Gedichte.
„Sei gegrüßt, geliebte HalleMeines königlichen Vaters!
Zelte Jakobs, enre heiligenEingangspfosten küßt mein Mund!"
Durch das Hans geheimnisvollZieht ein Wispern und ein Weben,Und der unsichtbare HausherrAtmet schaurig in der Stille.
Stille! Nur der Seneschall(Vulgo Synagogcndiener)
Springt geschäftig auf und nieder,Um die Lampen anzuzünden.
Trostverheißcnd goldne Lichter,
Wie sie glänzen, wie sie glimmern!
Stolz aufflackern auch die KerzenAuf der Brüstung des Almcmors.
Vor dem Schreine, der die ThvraAufbewahret und verhängt istMit der kostbar scidnen Decke,
Die von Edelsteinen funkelt' —
Dort an seinem BetpultständcrSteht schon der Gemeindcsänger;Schmuckes Männchen, das sein schwarzesMäntelchen kokett geachselt.
Um die weiße Hand zu zeigen,
Haspelt er am Halse, seltsaiNAn die Schläf' den Zeigefinger,
An die Kehl' den Daumen drückend.
Trällert vor sich hin ganz leise,
Bis er endlich laut aufjubelndSeine Stimm' erhebt und singt:
„Lechv Daudi Likras Kalle!
„Lccho Daudi Likras Kalle —
Komm, Geliebter, deiner harretSchon die Braut, die dir entschleiertIhr verschämtes Angesicht!"
Dieses hübsche HochzeitcarmenIst gedichtet von dem großen,Hochberühmtcn MinnesängerDon Jehuda bcn Halevy.