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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
91
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Zweites Buch. Lamentationen.

Jetzt wohin?

Jetzt wohin? der dumme FußWill mich gern nach Deutschland tragen;Doch es schüttelt klng das HauptMein. Verstand und scheint zu sagen:

Zwar beendigt ist der Krieg,

Doch die Kriegsgerichte blieben,

Und es heißt, du habest einstViel Erschicßliches geschrieben."

Das ist wahr, unangenehmWar' mir daS Erschvsscnwcrden:

Bin kein Held, es fehlen mirDie pathetischen Gebärden.

Gern würd' ich nach England gchu,Wären dort nicht KohlcndämpfeUnd Engländer schon ihr DuftGicbt Erbrechen mir und Krämpfe.

Manchmal kommt mir in den Sinn,Nach Amerika zu segeln,

Nach dem großen Freiheitsstall,Der bewohnt von Gleichheits-Flegeln -

Doch es ängstet mich ein Land,Wo die Menschen Tabak kauen,

Wo sie ohne König kegeln,

Wo sie ohne Spucknapf speien.

Rußland, dieses schöne Reich,

Würde mir vielleicht behagen,

Doch im Winter könnte ichDort die Knute nicht ertragen.

Traurig schau ich in die Höh',Wo viel Tausend Sterne nicken --Aber meinen eignen SternKann ich nirgends dort erblicken.

Hat am güldnen LabyrinthSich vielleicht verirrt am Himmel,Wie ich selber mich verirrtIn dem irdischen Getümmel.