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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
86
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Nomancero Letzte Gedichte.

lind dennoch widerstand ich dem SturmDer sinnlich dunkeln Gewalten -Ich habe meine JnngfcrschaftIn all dem Spektakel behalten.

Was hilft mir meine Tugend jetzt?

Mich höhnen Weise und Thoren!

Die Welt ist schlecht und ungerecht,

Läßt niemand ungeschoren.

Doch tröste dich, mein Herz, dir bliebDein Lieben, Hoffen, Glauben,

Auch guter Kaffee und ein Schlückchen Rum,Das kann keine Skepsis mir rauben."

Dic Engcl.

(In ein Buch.)

Freilich, ein nnglänb'ger ThomaSGlaub' ich an den Himmel nicht,

Den die Kirchenlehre RomasUnd Jerusalems verspricht.

Doch die Existenz der Engel,Die bezweifelte ich nie;

Lichtgeschöpfe sonder Mängel,

Hier auf Erden wandeln sie.

Nur, genäd'ge Frau, die Flügel,

Sprech ich jenen Wesen ab;

Engel giebt es ohne Flügel,

Wie ich selbst gesehen Hab'.

Lieblich mit den weißen Händen,Lieblich mit dem schönen BlickSchützen sie den Menschen, tuendenBon ihm ab das Mißgeschick.

Ihre Huld und ihre GnadenTrösten jeden, doch zumeistIhn, der doppelt qnalbeladcn,

Ihn, den man den Dichter heißt.

Hoffnhrt.

O Gräfin Gudel von Gndelfeld,

Dir huldigt dic Menschheit, denn du hast Geld:Du wirst mit Vieren kutschieren,

Man wird dich bei Hof präsentieren,