Zweites Buch. Lamentationen.
Des Morgens trank sie den KaffeeUm sieben Uhr im Snnnner,
Im Winter nm nenn, nnd in der NachtGenoß sie den besten Schlummer.
Jetzt aber ändert sich der Reim,
Und ändern sich die Tage;
Es muß die arme Nummer DreiErdulden Pein und Plage.
Da kam ein Schuster nnd sagte: der KopsDer Nummer Drei, der seheWie eine kleine Sieben auS,
Die auf einem Halbmond stehe.
Die Sieben sei aber die mystische ZahlDer alten Pythagorcicr.
Der Halbmond bedeute Diancndienst,
Er mahne auch an Sabäcr.
Sic selber, die Drei, sei SchibbvlcthDes Oberböllen von Babel,
Durch dessen Buhlschaft sie einst gebarDie heil'ge Drcieinigkcitsfabel.
Ein Kürschner dagegen bemerkt: die DreiSei eine fromme Trnllc,
Verehrt von unfern Vätern, die einstGeglaubt an jede Schrulle.
Da war ein Schneider, der lächelnd sprach,Daß gar nicht existiereDie Nummer Drei, daß sie sich nurBefinde auf dem Papiere.
Als solches hörte die arme Drei,
Wie eine verzweifelte EnteSie wackelte hin, sie wackelte her,
Sie jammerte und flennte:
„Ich bin so alt wie das Meer und der Wald,Wie die Stern', die nm Himmel blinken:Sah Reiche cntstehn, sah Reiche vergehn,Und Volker aufsteigen und sinken.
„Ich stand am schnurrenden Webstuhl der ZeitWohl manches lange Jahrtausend;
Ich sah der Natur in den schaffenden Bauch,Das wogte brausend und sausend.