Zweites Buch. Lamentationen.
Neben mir, zum Glücke, saßDon Diego Albnguerqne,
Dem die Rede unterhaltsamVon den klugen Lippen floß.
Ganz vorzüglich gut erzählteEr die blnt'gen HofgeschichtcnAus den Tagen des Don Pedro,
Den man „König Grausam" nannte.
Als ich frug, warum Don PedroSeinen Bruder Don FrcdregvInsgeheim enthaupten ließ,
Sprach mein Tischgeuosse seufzend:
„Sennor! glaubt nicht, was sie klimpernAuf den schlottrigen Guitarren,Bänkelsänger, Maultiertreiber,
In Posaden, Kneipen, Schenken.
„Glaubet nimmer, was sie faselnVon der Liebe Don FredregoSlind Don Pedros schöner Gattin,
Donna Blanka von Bourbon.
„Nicht der Eifersucht des Gatten,Nur der Mißgunst eines NeidhartsFiel als Opfer Don Fredrego,
Calatravas Ordensmcister.
„Das Verbrechen, das Don PedroNicht verzieh, das war sein Ruhm,
Jener Ruhm, den Donna FamaMit Entzücken ausposaunte.
„Auch verzieh ihm nicht Don PedroSeiner Seele HochgefühleUnd die Wohlgestalt des Leibes,
Die ein Abbild solcher Seele.
„Blühend blieb mir im GedächtnisDiese schlanke Heldenblumc;
Nie vergess' ich dieses schöneTräumerische Jünglingsantlitz.
„Das war eben jene Sorie,
Die geliebt wird von den Feen,
Und ein märchenhaft GeheimnisSprach aus allen diesen Zügen.