Nomanccro — Letzte Gedichte.
Wo sind die Alräunchcn? ich glaube, sie haltenSich ängstlich verborgen in Fclscnspalteu.Ihr kleinen Freunde, ich komme zurück,
Doch ohne Kranz und ohne Glück.
Wo ist die Fee mit dem langen Gvldhaar,Die erste Schönheit, die mir hold war?Der Eichcnbaum, worin sie gehaust,
Steht traurig entlaubt, vom Winde zerzaust.
Der Bach rauscht trostlos, gleich dem Styxc:Am einsamen llfer sitzt eine Nixe,
Todblaß und stumm, wie'n Bild von Stein,Scheint tief in Kummer versunken zu sein.
Mitleidig tret' ich zu ihr heran —
Da fährt sie auf und schaut mich an,
Und sie entflieht mit entsetzten Mienen,
Als sei ihr ein Gespenst erschienen.
Spanische Atridcn.
Am Hubertustag des JahresDreizehnhundert dreiundachtzigGab der König uns ein GastmahlZu Segovia im Schlosse.
Hofgastmähler sind dieselbenÜberall, es gähnt dieselbeSouveräne LangeweileAn der Tafel aller Fürsten.
Prunkgeschirr von Gold und Silber,Leckerbissen aller Zonen,
Und derselbe Bleigeschmack,
Mahnend an Lokustes*) Küche.
Auch derselbe scidne Pöbel,Buntgeputzt und vornehm nickend,Wie ein Beet von Tulipanen;
Nur die Saucen sind verschieden.
Und das ist ein Wispern, Sumsen,Das wie Mohn den Sinn einschläfert,Bis Trompetenstöße weckenAus der kauenden BetttubniS.
Vergiftete im Auftrage des Nero den Britanniens und die Agrippina.