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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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40 Romancero Letzte Gedichte.

Der Mohrcnkvnig.

Ins Exil der AlpuxarrenZog der jnnge Mvhrenkönig;

Schweigsam und das Herz voll KummerRitt er an des Zuges Spitze.

Hinter ihm auf hohen ZelternOder auch in güldncu SanftenSaßen seines Hauses Frauen:

Schwarze Mägde trägt das Maultier.

Hundert treue Diener folgenAuf arabisch edlen Rappen;

Stolze Gäule, doch die ReiterHängen schlottrig in den Sätteln.

Keine Zimbel, keine Pauke,

Kein Gesangeslaut ertönte;

Nur des Maultiers SilbcrglöckchenWimmern schmerzlich in der Stille.

Ans der Höhe, wo der BlickIns Dnerv-Thal hinabschweift,

Und die Zinnen von GranadaSichtbar sind zum letzten Male,

Dorten stieg vom Pferd der KönigUnd betrachtete die Stadt,

Die im Abendlichte glänzte,Wie geschmückt mit Gold und Purpur.

Aber, Allah! Welch ein Anblick!

Statt des vielgeliebten Halbmonds,Prangen Spaniens Kreuz und FahnenAuf den Türmen der Alhambra.

Ach, bei diesem Anblick brachenAus deS Königs Brust die Seufzer,Thränen überströmten plötzlichWie ein Sturzbach seine Wangen.

Düster von dem hohen ZelterSchaut herab des Königs Mutter,

Schaut ans ihres Sohnes Jammer,Und sie schalt ihn stolz und bitter.

Boabdil el Chico," sprach sie,Wie ein Weib beweinst du jetzoJene Stadt, die du nicht wußtestZu vcrteid'gen wie ein Mann."