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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
29
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Erstes Blich. Historien.

In die seidnen Kissen drücktSie daS Lockcnhnnpt, und blicktVornehm auf den großen HaufenDerer, die zu Fuße laufen.

Wenn ich dich so fahren seh',Thnt es mir im Herzen weh!Ach, es wird dich dieser WagenNach dem Hospitale tragen,

Wo der grausenhafte TodEndlich endet deine Not.

Und der Carabin mit schmierigPlumper Hand und lernbegierigDeinen schönen Leib zerfetzt,Anatomisch ihn zersetzt

Deine Rosse trifft nicht minderEinst zu Mvntsaucon der Schinder.

IV.

Besser hat es sich gewendet,Das Geschick, das dich bedroht'Gott sei Dank, du hast geendet,

Gott sei Dank, und du bist tot.

In der Dachstub' deiner armenAlten Mutter stürbest du,

Und sie schloß dir mit ErbarmenDeine schönen Augen zu.

Kaufte dir ein gutes Lailich,Einen Sarg, ein Grab sogar.Die Begräbnisfeier freilichEtwas kahl und ärmlich war.

Keinen Pfaffen hört' man singen,Keine Glocke klagte schwer;

Hinter deiner Bahre gingenNur dein Hund und dein Friseur.

Ach, ich habe der Pomare,"Seufzte dieser,oft gekämmtIhre langen schwarzen Haare,

Wenn sie vor mir saß im Hemd."

Was den Hund betrifft, so rannt'Schon am KirchhofSthor davon,Und ein Unterkommen fand erSpäterhin bei Ros' Pompon.