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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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30 Romancero Letzte Gedichte.

Ros' Pompon, der Provcnsalin,Die den Namen KöniginDir mißgönnt nnd als RivalinDich verklatscht mit Niedern: Sinn.

Arme Königin des Spvttes,Mit dem Diadem von Kot,

Bist gerettet jetzt durch GottesEw'ge Güte, du bist tot.

Wie die Mutter, so der VaterHat Barmherzigkeit geübt,

Und ich glaube, dieses that er,Weil auch du so viel geliebt.

Der Apollogott.

I.

Das Kloster ist hoch auf Felseu gebaut,Der Rhein vorüberrauschet;

Wohl durch das Gitterfenster schautDie junge Nonne und lauschet.

Da fährt ein Schifflein, märchenhaftVom Abendrot beglttnzet;

Es ist bewimpelt von buntem Tafft,Von Lorbeer:: und Blumen bekränzet.

Ein schöner blondgelockter FantSteht in des Schiffes Mitte;

Sein goldgesticktes PurpurgcwandIst von antikem Schnitte.

Zu seinen Füßen liegen daNeun marmvrschöne Weiber;Die hochgeschürzte TunikaUmschließt die schlanken Leiber.

Der Goldgelockte lieblich singtlind spielt dazu die Leier;

Ins Herz der armen Nonne dringtDas Lied und brennt wie Feuer.

Sie schlägt ein Kreuz, und noch einmalSchlägt sie ein Kreuz, die Nonne;

Nicht scheucht das Kreuz die süße Qual,Nicht bannt es die bittre Wonne.