Nomanccro — Letzte Gedichte.
Es wadcte Edith SchwanenhalsIi» Blute mit nackte» Füßen;
Wie Pfeile ans ihrem stieren Aug'Die forschenden Blicke schießen.
Sie suchte hin, sie suchte her,
Ost mußte sie mühsam verscheuchenDie fraßbegierige Rabcuschar;
Die Mönche hinter ihr keuchen.
Sie suchte schon den ganzen Tag,
Es ward schon Abend — plötzlichBricht aus der Brust das armen WeibsEin greller Schrei, entsetzlich.
Gefunden hat Edith SchwanenhalsDes toten Königs Leiche.
Sie sprach kein Wort, sie weinte nicht,Sie küßte das Antlitz, das bleiche.
Sie küßte die Stirne, sie küßte den Mund,Sie hielt ihn fest umschlossen;
Sie küßte auf des Königs BrustDie Wunde, blutumflossen.
Auf seiner Schulter erblickte sie auch —Und sie bedeckt sie mit Küssen —
Drei kleine Narben, Denkmäler der Lust,Die sie einst hineingebissen.
Die Mönche konnten mittlerwcil'Baumstämme zusammenfugen;
Das war die Bahre, worauf sie alsdannDen toten König trugen.
Sie trugen ihn nach Waltham-Abtci,Daß man ihn dort begrübe;
Es folgte Edith SchwanenhalsDer Leiche ihrer Liebe.
Sie sang die TotenlitaneinIn kindisch frommer Weise;
Das klang so schauerlich in der Nacht —Die Mönche beteten leise. —
Der Hclfcr.
Frohlockst, Plantagenet, und glaubst,Daß du die letzte Hoffnung uns raubst,Weil deine Knechte ein Grabmal fanden,Worauf der Name „Arthur" gestanden.