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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
20
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Romancero Letzte Gedichts.

Es jubelt die FastnachtSgeckcuschar,

Wenn jene vorüberwalzen.

Der Druckes und die MarizzebillGrüßen mit Schnurren und Schnalzen.

Und die Trompeten schmettern drein,

Der närrische Brummbaß brummet,

Bis endlich der Tanz ein Ende nimmtUnd die Musik verstummet.

Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,

Ich muß nach Hause gehen"

Die Herzogin lacht:Ich last' dich nicht fort,

Bevor ich dein Antlitz gesehen/"'

Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,

Mein Anblick bringt Schrecken und Grauen"Die Herzogin lacht:Ich fürchte mich nicht,Ich will dein Antlitz schauen.""

Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,Der Nacht und dem Tode gehör' ich"Die Herzogin lacht:Ich lasse dich nicht,

Dein Antlitz zu schauen begehr' ich.""

Wohl sträubt sich der Mann mit finstcrm Wort,Das Weib nicht zähmen kunnt' er;

Sie riß zuletzt ihm mit GewaltDie Maske vom Antlitz herunter.

Das ist der Scharfrichter von Bergen!" so schreitEntsetzt die Menge im SaaleUnd weichet scheusam die HerzoginStürzt fort zu ihrem Gemahle.

Der Herzog ist klug, er tilgte die SchmachDer Gattin auf der Stelle.

Er zog sein blankes Schwert und sprach:

Knie vor mir nieder, Geselle!"

Mit diesem Schwertschlag mach' ich dichJetzt ehrlich und ritterzünftig.

Und Ivcil du ein Schelm, so nenne dichHerr Schelm von Bergen künftig."

So ward der Henker ein EdelmannUnd Ahnherr der Schelme von Bergen,

Ein stolzes Geschlecht! es blühte am' Rhein.

Jetzt schläft es in steinernen Särgen.