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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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16
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Nomancero Letzte Gedichte.

DaS Estrich ist vom reinsten KrystalleUnd wiederspiegelt die Bäume alle.

Fasanen Venn buntesten GlanzgefiederGehn gravitätisch dort auf und nieder.

Der Lieblingsaffe des MahawasantTrägt an dem Hals ein seidenes Band,

Dran hängt der Schlüssel, welcher erschleußtDie Halle, die man den Schlafsaal heißt.

Die Edelsteine vom höchsten Wert,

Die liegen wie Erbsen hier auf der Erd'

Hoch aufgeschüttet; man findet dabeiDiamanten, so groß wie ein Hühnerei.

Auf grauen mit Perlen gefüllten SäckenPflegt hier der König sich hinzustrecken,

Der Affe legt sich zum MonarchenUnd beide schlafen ein und schnarchen.

Das Kostbarste aber von allen SchätzenDes Königs, sein Glück, sein Seelenergötzcn,Die Lust und der Stolz von Mahawasant,Das ist sein weißer Elefant.

Als Wohnung für diesen erhabenen GastLieß bauen der König den schönsten Palast;Es wird das Dach, mit Goldblech beschlagen,Von lvtosknäufigen Säulen getragen.

Am Thore stehen dreihundert TrabantenAls Ehrenwache des Elefanten,

Und kniecnd, mit gekrümmtem Rucken,

Bedienen ihn hundert schwarze Eunncken.

Man bringt auf einer güldnen SchüsselDie leckersten Bissen für seinen Rüssel;Er schlürft aus silbernen Eimern den Wein,Gewürzt mit den süßesten Spezerein.

Man salbt ihn mit Ambra und Rvsenessenzen,Man schmückt sein Haupt mit Blumenkränzen;Als Fnßdecke dienen dem edlen TierDie kostbarsten Shawls aus Kaschemir.

Das glücklichste Leben ist ihm beschieden,

Doch niemand auf Erden ist zufrieden.

Das edle Tier, man weiß nicht wie,

Versinkt in tiefe Melancholie.