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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
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Erstes Buch. Historien.

So geschehn den dritten JännerDreizehnhundert zwanzig sechsVor Christi Gebnrt. SignieretVon uns: Rhampsenitus Rex."

Rhampsenit hat Wort gehalten,Nahm den Dieb zum Schwiegersöhne,Und nach seinem Tode erbteAuch der Dieb Ägyptens Krone.

Er regierte wie die andern,Schuhte Handel und Talente;

Wenig, heißt eS, ward gestohlenUnter seinem Regiments.

Der wcisze Elefant.

Der König von Siam, Mahawasant,

Beherrscht daS halbe Jndienland,

Zwölf Kön'gc, der große Mogul sogar,

Sind seinem Zepter tributar.

Alljährlich mit Trommeln, Posaunen und FahnenZiehen nach Siam die Zinskarawanen;

Viel tausend Kamele, hochbernckte,

Schleppen die kostbarsten Landesprodukte.

Sieht er die schwcrbepackten Kamele,So schmunzelt heimlich des Königs Seele;

Öffentlich freilich Pflegt er zu jammern,

Es fehle an Raum in seinen Schatzkammern.

Doch diese Schatzkammern sind so weit,

So groß und voller Herrlichkeit;

Hier überflügelt der Wirklichkeit PrachtDie Märchen vonTausend und eine Nacht".

Die Burg des Jndra" heißt die Halle,Wo aufgestellt die Götter alle,

Bildsäulen von Gold, fein ciselicret,

Mit Edelsteinen inkrustieret.

Sind an der Zahl wohl dreißigtansend,

Figuren abenteuerlich grausend,

Mischlinge von Menschen- und Tier-Geschöpfen,Mit vielen Händen und vielen Köpfen.

ImPnrpnrsaale" sieht man verwundertKvrallenbäninc dreizehnhundert,

Wie Palmen groß, seltsamer Gestalt,

Geschnörkelt die Äste, ein roter Wald.