V»ch der Lieder.
Hörst du nicht die KlagclöneSelbst im Ton der eignen Kehle?In der Nacht seufz' ich und stöhneAus der Tiefe deiner Seele.
3.
Die Wälder und Felder grünen,Es trillert die Lcrch' in der Luft,Der Frühling ist erschienenMit Lichtern und Farben und Duft.
Der Lerchengesang erweicht mirDas winterlich starre Gemüt,lind aus dem Herzen steigt mirEin trauriges Klagelied.
Die Lerche trillert gar feine:„Was singst du so trüb und bang?"Das ist ein Liedchen, v Kleine,Das sing' ich schon Jahre lang!
Das sing' ich im grünen Haine,Das Herz von Gram beschwert;Schon deine Großmutter, o Kleine,Hat dieses Lied gehört!
4.
Ich dacht' an sie den ganzen Tag,Und dacht' an sie die halbe Nacht.Und als ich fest im Schlafe lag,
Hat mich ein Traum zu ihr gebracht.
Sie blüht wie eine junge Ros',lind sitzt so ruhig, still beglückt.Ein Rahmen ruht auf ihrem Schoß,Worauf sie weiße Lämmchen stickt.
Sie schaut so sanft, begreift es nicht,Warum ich traurig bor ihr steh'.
„Was ist so blaß dein Angesicht,
Heinrich, sag mir's, wo thut's dir weh?"
Sie schaut so sanft und staunt, daß ichStill weinend ihr in's Auge seh'.„Was weinest du so bitterlich,
Heinrich, sag mir's, wer thut dir weh?"