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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
190
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Buch der Lieder.

Komm her, komm her, mein Schlvßdienstmann,Was hat dich bleich gemacht?

Fürchtst du, der Franzmann kam' heran,Durchfröstelt dich die Nacht?

Glaubst du, ich zittre für den Leib?

Sir Childs, bin nicht sv bang!

Doch denkt er an sein fernes Weib,

Wird bleich des Treuen Wang'!

Am Sccrand, wo dein Stammschloß ragt,Da wohnt mir Weib und Kind;

Wenn nun der Bub nach Bater fragt,

Was sagt sie ihm geschwind?"

Still, still, mein wackrer Schlvßdienstmann,Man ehre deinen Schmerz;

Doch ich bin leichtrcr Art nnd kannEntflieh», als sei's ein Scherz.

Ich traue Weibesseufzcrn nicht!

Ein frischer BnhlertrvßWird trocknen jenes Auge licht,

DaS jüngst noch überfloß.

Mich quälet kein' Erinnerung süß,

Kein Sturm, der näher rollt;

Mich quält nur, daß ich nichts verließ,

Weshalb ich weinen sollt'.

lind nun schwimm' ich auf weitem Meer,Bin einsam in der Welt'

Sollt' ich um andre weinen sehr,

Da mir kein Thränlein fallt?

Mein Hund heult nur, bis neue Spei"

Ein neuer Herr ihm reicht;

Kehr' ich zurück und nah' ihm lcis

Zerfleischt er mich vielleicht.

Mit dir, mein Schiff, dnrchsegl' ich freiDas wilde MecrgebranS;

Trag mich, nach welchem Land eS sei,

Nur trag mich nicht nach Haus! '

Sei mir willkommen, Meer nnd Luft!lind ist die Fahrt vollbracht,

Sei mir willkommen, Wald und Kluft!

Mein Vaterland, gut' Nacht!