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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
189
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Übersetzungen aus Lord Byrons Werken.Gut' Nncht.

(Childs Harold. Erster Gesang.)

Leb wohl! leb wohl! im blauen MeerVerbleicht die Heimat dort.

Der Nachtwind seufzt, wir rudern schwer,Scheu fliegt die Möwe fort.

Wir segeln jener Sonne zu,

Die untertaucht mit Pracht;

Leb wohl, du schöne Sonn' und du,

Mein Vaterland, gut' Nacht!

Aufs neu steigt bald die Sonn' heran,Gebärend Tageslicht;

Nur Luft und Meer begrüß' ich dann,Doch meine Heimat nicht.

Mein gutes Schloß liegt wüst und leer,Mein Herd steht öde dort,

Das Unkraut rankt dort wild umher,

Mein Hund heult an der Pfort'.

Komm her, komm her, mein Page klein,Was weinst du, armes Kind?

Fürchtst du der Wogen wildes Drttun,Macht zittern dich der Wind?

Wisch nur vom Aug' die Thrttne hell,Das Schiff ist fest gefiigt,

Kaum fliegt der beste Falk so schnell,Wie unser Schifflein fliegt.

Laß brausen Flut, laß heulen Wind,Mich schreckt nicht Wind, nicht Flut!Sir Childe, viel andre Ding' es sind,Weshalb ich schlimmgemut.

Denn ich verließ den Vater mein,

Und auch die Mutter traut;

Mir blieb kein Freund, als du allein,Und der dort oben schaut.

Lang segnete mein Vater mich,

Doch klagte er nicht sehr.

Doch Mutter weint wohl bitterlich,

Bis daß ich Wiederkehr'."

Still, still, mein Bub, dich zieret holdIm Auge solche Thrän',

Hktt' ich dein schuldlos Herz, man sollt'Auch meins nicht trocken sehn.