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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
185
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Übersetzungen aus Lord Byrons Werken.

Und verschweigen muß dein MundJene Macht, die dir ward kund.

Und ein Zaubersang und SpruchHat dein Haupt getauft mit Fluch;

Und ein Luftgeist voller ListLegt dir Schlingen, wo du bist;

In dem Wind hörst du ein Wort,

Das dir scheucht die Freude fort;

Und die Nacht, so still und hehr,

Gönnt dir Ruhe nimmermehr;

Und des Tages SonnenscheinSoll dir unerträglich sein.

Ans deinen Thränen, falsch und schlau,Kocht' ich ein tödliches Gebrau;

Aus deines Herzens schwarzem QuellPreßt' ich des schwarzen Blutes Well';Aus deines Lächelns Falt' ich zogDie Schlang', die dort sich ringelnd bog;Aus deinem Mund nahm ich den Reiz,Den Hauch des allerschtimmsten Leids;Ich prüft' manch Gift, das mir bekannt,Doch deins am giftigsten ich fand.

Bei deines Schlangcnlächelns Mund,EiSkaltein Herzen, Arglistschluud,Bei deinem Aug', scheinheilig gut,Bei deiner Seel' verschloßuer Wut,Bei deiner Kunst, womit du garDein Herz für menschlich gäbest dar,Bei deiner Lust an fremdem Leid,Bei deiner Kainsähulichkeit,

Hierbei verfluch' ich dich, Gesell;

Sei selber deine eigne Holl'!

Und ans dein Haupt gieß' ich den Saft,Der dir ein solch Verhängnis schafft;Schlafen nicht nnd sterben nichtGönnt dein Schicksal dir, du Wicht;

Sollst deu Tod stets nahe schaun,

Freudig zwar und doch mit Graun.

Sieh! der Zauber schon umringt dich,Klanglos seine Kett' umschlingt dich;Auf dein Herz nnd Hirn zugleichKam der Spruch verwelk, verbleich!