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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
165
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A»hang älterer Gedichte.

Zli mir bleich Blümchen leise spricht:

Lieb Brüderchen, pflücke mich!"

Zu Blümchen sprecht ich: Das ihn ich nicht,Ich pflücke nimmermehr dich.

Ich stich' mit Müh' und NotDie Blume pirrpurrot.

Bleich Blümchen spricht:Such hin, such herBiS an deinen kühlen Tod,

Du suchst umsonst, sinkst nimmermehrDie Blume purpurrot.

Mich aber pflücken thu,

Ich bin so krank wie du."

So lispelt bleich Blümchen und bittet sehrDa zag' ich und pflück' ich es schnell,lind plötzlich blutet mein Herze nicht mehr,Mein inneres Auge wird hell.

In meine wunde BrustKommt stille Engellust.

7.

Oben, wo die Sterne glühen,Müssen uns die Freuden blühen,Die uns unten sind versagt;Jit des Todes kalten ArmenKann das Leben erst erwärmen,Und das Licht der Nacht enttagt.

Zu denRomanzen".

i.

Die Weihe.

Einsam in der Waldkapclle,Bor dem Bild der Himmclsjungfrau,Lag ein frommer bleicher KnabeDemutsvoll dahingesunkcn.

O Madonna! laß mich ewigHier auf dieser Schwelle knieen,Wollest nimmer mich verstoßenIn die Welt, so kalt und sündig.