Die Nordsee.
Die wild ausspielen zum fröhlichen Neigen;
Der eine pfeift, der andre bläst,
Der dritte streicht den dumpfen Brummbaß —
Und der schwankende Seemann steht am Steuer
Und schauf. beständig nach der Bussole,
Der zitternden Seele des Schiffes,
lind hebt die Hände flehend zum Himmel:
„O rette mich, Kastor, reisiger Held,
Und du, Kämpfer der Faust, PolydenkeS!"
3.
Dcr Schiffbrüchige.
Hoffnung und Liebe! Alles zertrümmert!Und ich selber, gleich einer Leiche,
Die grollend ausgeworfen das Meer,
Lieg' ich am Strande,
Am öden, kahlen Strande.
Vor mir woget die Wasserwüste,
Hinter mir liegt nur Kummer und Elend,Und über mich hin ziehen die Wolken,Die formlos grauen Töchter der Luft,
Die aus dem Meer, in Nebclcimern,Das Wasser schöpfen,
Und es mühsam schleppen und schleppen,
Und es wieder verschütten ins Meer,Ein trübes, langweil'ges Geschäft,
Und nutzlos, wie mein eignes Leben.
Die Wogen murmeln, die Möwen schrillen,Alte Erinnrnugen wehen mich an,
Vergessene Träume, erloschene Bilder,
Qualvoll süße, tauchen hervor.
Es lebt ein Weib im Norden,
Ein schönes Weib, königlich schön.
Die schlanke CypresscngestnltUmschließt ein lüstern weißes Gewand;Die dunkle Lockenfülle,
Wie eine selige Nacht
Von dem flechtengckrönten Haupt sich ergießend,
Ringelt sich träumerisch süß
Um das süße, blasse Antlitz;
Und aus dem süßen, blassen Antlitz,
Groß und gewaltig, strahlt ein Auge,
Wie eine schwarze Svunc.
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